Beyond Addiction Recovery with Paramjot (in german & english)

December 17, 2015

 

Article from :

 

http://nullkommanullnull.com/beyond-addiction/

 

Ich hatte die wunderbare Gelegenheit meinen Blog schamlos auszunutzen, um mit einem Menschen Kontakt aufzunehmen, dem ich ansonsten wahrscheinlich nie begegnet wäre. Paramjot Singh Khalsa, der Name selbst klingt für mich schon wie ein heilendes Mantra.

Paramjot lebt in Antwerpen, Belgien, und ist Lehrer für Kundalini Yoga und Meditation. Für Gewöhnlich unterrichtet er bei Antwerp Yoga, antwerpyoga.be. Neben Themen wie „Angst“, „Persönlichkeitsfindung“, „Stress“ hat er sich mit dem „Beyond Addiction“ Programm auf den Schwerpunkt „Sucht“ spezialisiert. Wo auch immer in Europa sich genügend Interessenten dafür finden, hält er diese Workshops. Mehr Infos gibt’s hier: beyondaddiction.ca

Die Menschen mit denen er arbeitet sind oft in einer körperlich sehr schlechten Verfassung – sie haben ein geschwächtes Nervensystem und ein geschwächtes Immunsystem. Viele von ihnen können nicht ordentlich atmen, geschweige denn lang genug im Schneidersitz sitzen. Am Anfang ist die Hauptaufgabe, dass man es schafft seinen eigenen Körper wieder wahrzunehmen. Das Blut im Körper zirkulieren zu lassen und seine Energien zu spüren. Energie, die sie noch nie zuvor gespürt haben.

Im Kundalini Yoga sagt man es benötigt 40 Tage, um seinen Körper eine neue Gewohnheit beizubringen. Sollte man es also ernst meinen mit dem Beschluss seine Sucht zu beenden, hält man sich am besten 40 Tage an Paramjots Lehrplan, praktiziert jeden Tag mit ihm Yoga und meditiert. Ernährt sich gut, trinkt viel Wasser. Man baut seinen Körper wieder auf und geht ein Versprechen mit sich selbst ein. Man sucht sich eine neue „Technik“, um dem Suchtverlangen zu entkommen. 

Meditation kann diese neue Technik sein. Hier können viele einen Weg erkennen, der endlich Hilfe verspricht. Paramjot fand eine Studie nach der behandelte Suchtkranke, die nach ihrem Entzug weiterhin meditieren, eine Rückfallquote von 0% haben. Was macht Meditation also so wirksam? – Wir duschen, um nicht schmutzig zu sein. Meditation funktioniert genauso. Wir tragen den „Müll“ aus unserem Verstand, so dass er nicht zu stinken beginnt. Wir reinigen uns von zuviel Informationen und Gedanken. Meditation gibt uns einen Freiraum, um objektiv bleiben zu können. Eine Pause im Informationsfluss. Es ist der Start um sich mit sich selbst zu verbinden und sich selbst hinterfragen zu können. Warum möchte ich überhaupt in dieses Muster zurückfallen? Was tue ich mir selbst an? Wie schaffe ich es gesund zu werden?

Es ist nicht die Droge selbst, die einen süchtig macht. Es ist der Grund, warum man das Suchtmittel zu sich nimmt. Denn manche Leute, die (zum Beispiel) Alkohol trinken, werden süchtig, andere aber nicht. Sobald man etwas tut um Schmerzen zu lindern, muss man nach dem Grund fragen. Hier ist die Arbeit mit Psychologen unersetzlich. Warum gibt es dieses Suchtverlangen? Was ist der dahinterliegende Schmerz, den ich versuche zu betäuben? Warum tut es weh?

Laut Yoga Bhajan, dem Erfinder des Kundalini-Yoga, kann man bereits bei einer Person im Alter von 3 Jahren abschätzen, ob diese Person einmal süchtig wird oder nicht. Im Alter von 7 Jahren, könnte man es bereits sicher sagen. Es hat mit der Entwicklung bereits im Mutterleib zu tun, aber auch mit der Erziehung. Wenn sich das Gehirn entwickelt. Ist die Mutter bereit für dieses Kind, wie ist ihre Verfassung und gibt sie genug Liebe? Wenn nicht, fühlt sich das Kind nicht gewollt. Das Kind fühlt sich unsicher. Die Suche nach Wohlbefinden wird statt z.B. Liebe ersetzt durch etwas das uns schadet. Alles ist willkommen, was den Schmerz verdrängen lässt.

Die Sucht nach einer Droge – Kokain, Alkohol, Zigaretten – ist natürlich das erste an was man denkt. Aber eigentlich kann alles mögliche zu einer Sucht werden – eine Beziehung, Arbeit, Essen, Informationen sogar Yoga. Paramjot beschreibt Sucht als ein Loch, welches wir seit unserer Kindheit mit uns tragen. Eine Leere die wir versuchen zu füllen, um uns wohler zu fühlen. Der kurze Komfort durch das Suchtmittel scheint einem Frieden zu geben, doch die spätere Folgen sind noch schlimmer als zuvor. Und somit hat man ein noch größeres Loch zu füllen. Man wird zum Sklaven dieses Musters, denn die Sucht beginnt dich zu kontrollieren.

Der erste Schritt ist sich bewusst zu werden, was ich hier tue, ist nicht gut für mich. Es macht mich krank oder unglücklich. Erst danach kann die Entscheidung gefallen werden, das man damit aufhören möchte. Das Wichtigste ist, dass dieser Beschluss von einem selbst getroffen wird. Man muss bereit sein und niemand kann einen dazu zwingen oder überreden. Wenn man einen Abhängigen in eine Klinik steckt, ohne das er bereit ist, sucht er nach der ersten Möglichkeit zurück zu seiner Droge. Manche Menschen müssen leider viel durchmachen, bis sie dazu bereit sind.

Die eigene Identifizierung „Ich bin süchtig.“ ist in Paramjots Augen das größte Hindernis, auf dem Weg zu einem gesundem Leben. Sagt man sich das zu oft, verliert man den Glauben an sich selbst, es zu ändern. Sobald du dich selbst mit etwas identifizierst, wirst du es auch immer bleiben. Man muss sich also zu dem bekennen, was man leben will. Die neue Identifikation muss also heißen „Ich war süchtig. In meiner Vergangenheit, habe ich Dinge getan um dieses Loch zu füllen. Jetzt bin ich frei davon und gehe weiter in meinem Leben.“ So kann man das Leben führen, das man möchte.

„Paramjot, denkst du es gibt einen Punkt in einer Sucht, an dem es keinen Ausweg mehr gibt?“ Seine Antwort auf diese Frage hat mir am besten gefallen:

 

Und diese Worte werde ich mir groß an die Wand hängen.

„Ich glaube Menschen sind keine Grenzen gesetzt.“ Auch wenn man wirklich tief in einer Sucht steckt, gibt es immer einen Weg nach draußen. Was wir dazu brauchen ist Liebe, Unterstützung, Zeit und Pflege. Je schlechter die Zeiten sind, desto mehr brauchen wir davon.

Es ist also nicht allein die Mediation, die den Weg in die Freiheit bereitet. Es ist auch Liebe und Zusammengehörigkeit.

 

In English:

 

 

I had the great opportunity to use this blog to contact a person I would have never met without. Paramjot Singh Khalsa. His name itself sounds like a healing mantra to me.

Paramjot lives in Antwerp, Belgium, and is a teacher for Kundalini Yoga and Meditation. Usually he teaches at Antwerp Yoga, antwerpyoga.be. Beside topics like fear, personality issues, stress he focused most on addiction with the „Beyond Addiction“ program. Wherever there are enough interest parties he offer the program all over Europe. For more information go to beyondaddiction.ca.

The people he is working with, are most of the times in a very bad condition. They have a weak nervous system, a weak immune system. Most of them are not able to breath probably. They are not able to sit long enough cross-legged for a meditation. Thats why in the beginning the biggest task is, that they can sense their body again. That their blood can circulate in their bodies again and they can feel their own energy. Energy they didn’t notice for a long time.

In Kundalini Yoga it says if you do something for 40 days you replace the old habit with a new one. So if you take it really serious to quit your old habits – the ideal thing would be: You are dogging yourself for 40 days on Paramjots sessions. You will practice yoga and meditation every day. You will eat healthy. You will drink lots of water. You will build up your body again and you will make comments and build a discipline to yourself. You will find a new „technique“ to give to your body, when you have the deal with the craving for your addiction.

Meditation can be such a „technique“. Lot’s of people can find in Meditation a way, which promise help. Paramjot found a study which indicate that people who keep meditating after leaving the rehab have a relapse quote of 0%. So what is it, why meditation is so helpful? – We shower so our body is not dirty likewise we meditate so we can take the garbage out of our mind so it doesn’t stink. We are cleaning our unconscious mind from too much information and thoughts. Meditation is giving you the free space to stay objective. It’s giving you a break from the information flood. It’s the start to connect to yourself and be able to question yourself. Do I want to fall back in this pattern? What do I do to myself? How can I get sober?

It is not the drug, who makes you addictive. It ist the reason, why you take the drug. Some people who are for example drinking alcohol are getting addicted, some not. As soon as you do something to ease your pain, you have to go to the bottom of it. You have to find out why there is this craving? What is that pain, you try to numb? Why does it hurt?

Yoga Bhajan, the developer of Kundalini Yoga, said that a person at an age of three you can guess if this child is getting addictive ore not. At the age of seven you can confirm. It has to do with the evolution in the womb of the mother, when the brain system start creating. But also in the upbringing of the childhood. Is the mother ready for the child? How ist her condition? Is she given enough love? If not, the child will feel that it is not wanted. It will feel insecure. The search for comfort will replaces love (for example) with something that distracts you. Everything is welcome, as long as the pain get oust.

The addiction to a drug – alcohol, cocaine, cigarettes, LSD, marihuana and so on – is of course the first thing we are thinking about. But also you can get addicted to anything – a relationship, work, food, information, even yoga. Paramjot describes addiction as a hole, you care on since your childhood. An emptiness which we try to fill, to feel better. A short comfort through a habit, a addictive drug, to get peace. But the consequences are worse than before. So after all you have a even bigger hole to fill. You become a slave of your addictive pattern, because it’s taking over the control of your life.

The first and most important step is to be aware of what you are doing to yourself is not good. It makes yourself sick and unhappy. Only after you can sense this, you are able to make the decision to quit. It’s necessary that this determination is coming from the addict himself. He or she has to be ready. Nobody can get forced or convinced. If an addict has to go to clinic without his own willingness, he will only search for the first opportunity to get a way back to the drug. So to be able to make this decision, some people have to go through a lot in their life, until they finally are ready.

In the eyes of Paramjot, the own identification as „I am an addict.“ is one of the biggest barriers on the way to a healthy life. If you say this to often, you will loose the faith in yourself to change. As soon as you identify with something, you will also live that. So you have to start to identify with „I was an addict who in the past use some things to fill that hole. Now I am sober and move on with my life.“ and you can live the life you really want.

„Paramjot, do you think that there is a point of no return once an addiction is too far developed?“ This answer I definitely love the most:

 

I will put up these words on my wall.

„I believe man kind is beyond limitation.“ Even if you are really serious in something. Serious junkies. What they only need is love, support, time and care. So if there somebody has a really hard time, it just needs even more of that.

So it’s not only the meditation you can see a way out, it’s also love and togetherness.

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